Leser fragen – Experten antworten: Münchner Merkur

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Leser fragen – Experten antworten: Münchner Merkur

Leserfrage von Bernd S.:

Meine Schwester und ich haben von unsrer kürzlich verstorbenen Mutter Geldanlagen geerbt. Wir beiden haben überhaupt keine Ahnung von angelegtem Geld.

Können Sie uns raten? U.a. sind in dem Depot:

 

Von der Deutschen Bank:

DB IMMOFLEX INHABER-ANTEILE DE000DWSON90
DB PLATINUM IV-SOVEREIGN PLUS I.ANT R1C O.N. LU0173942318

 

Von der UBS:

Anlagestrategiefonds UBS (Lux)StrategyFund FCP(nMb) Yield CHF) P-acc (u)
ISIN LU0033035865

 

Die Anlagen von der DB scheinen so vor sich hinzudümpeln – mehr im Minus.

Die von UBS scheinen – trotz hoher Depotgebühren – eher erfreulich.

 

Zu welcher Strategie würden Sie uns raten? Halten, verkaufen…

 

Antwort von Franz Haimerl

 

Zuerst eine kurze Übersicht über Ihre Fonds:

 

Beim DWS Immoflex handelte es sich um einen Immobilien Dachfonds, der während der Liquiditätskrise vor einigen Jahren geschlossen worden ist und seitdem abgewickelt wird bzw. seit Dezember 2017 abgewickelt ist. Das Gesamtergebnis dürfte negativ gewesen sein, vorhandene Restzahlungen müssten Sie inzwischen erhalten haben.

 

Der DB Platinum Sovereign Plus ist im Grunde ein europäischer Staatsanleihenfonds (höchste Qualität – falls es die noch gibt?!), der aber bis zu 30% Rohstoffe über einen Deutsche Bank internen Index beimischen darf. Und wir geben Ihnen recht, dass dieser Fonds wirklich schlecht performt, auch wenn er gerade in 2018 ein recht ordentliches Ergebnis aufweisen kann. Auf 3 oder 5 Jahre bedeuten die Ergebnisse realen (nach Inflation) Vermögensverlust! Es stellt sich bei eur. Staatsanleihen unserer Ansicht nach sowieso die Frage, mit welchen Staatsanleihen ohne vermeintliches Risiko eine Rendite erzielt werden kann, die zumindest die Inflationsrate verdient.

 

 

Der UBS (Lux) Strategy Fund ist ein globaler investierender anleihenorientierter Mischfonds, der auf Schweizer Franken notiert. Der Aktienanteil sollte i.d.R. nicht mehr als 25% betragen. Die im Fonds enthaltenen Währungen werden gegenüber dem Schweizer Franken abgesichert – sie werden nicht gegenüber dem Euro abgesichert! Insofern ist festzuhalten, dass die Wechselkurse Schweizer Franken zum Euro eine erhebliche Rolle beim Ergebnis des Fonds spielen.

 

In den letzten 3 Jahren wurde in Euro gerechnet so gut wie nichts verdient. Auf 5 Jahre gesehen konnten Sie ein durchschnittliches Ergebnis von ca. 3,5% p.a. erreichen. Es kommt also sehr stark darauf an, wann der Kaufzeitpunkt war und wie schon erwähnt, gerade der Franken zum Euro steht.

 

Zusammengefasst müssen wir feststellen, dass die Ihnen vererbten Anlagenergebnisse recht dürftig sind, vorsichtig ausgedrückt! Unser Rat wäre ziemlich sicher – ohne von hier aus Ihre persönlichen Verhältnisse und die gesamte Anlagestruktur von Ihnen beiden zu kennen – dass Sie die Fonds verkaufen und eine vernünftige Vermögensstruktur aufbauen sollten.

 

Wir können mit den für uns sichtbaren Informationen keine klare Empfehlung geben. Grundsätzlich gilt natürlich der globale Streuungsansatz im Anleihen und Aktienbereich. Allerdings ziehen wir Fonds mit Sicherungsmöglichkeiten für den Fall der Fälle klar vor – zumindest derzeit!

2018-09-06T16:18:36+00:006.9.2018|Leser Fragen|0 Comments